Grundlagen der systemischen Beratung

          ( Zusammengestellt von Hannelore Graze, system. Beraterin, Entspannungstrainerin,)

Systemische Beratung hat sich aus der systemischen Familientherapie entwickelt. Sie bezeichnet beraterische Unterstützung von unterschiedlichen Systemen, basierend auf systemischer Grundlage. Theoretischer Hintergrund sind u.a. die Systemtheorie, Kommunikationstheorie sowie die Erkenntnisse und Methoden verschiedener familientherapeutischer Schulen.

Bei systemischer Beratung geht es primär um das Stärken der Ressourcen und Kompetenzen des jeweiligen zu beratenden Systems. Zur Betonung dieser Vorgehensweise wird systemische Beratung häufig auch als "ressourcenorientierte Beratung" bzw. "lösungsorientierte Beratung" bezeichnet.

Im Bereich von Beratung und Therapie gibt es ein großes Angebot von hilfreichen Theorien und Verfahren. Viele davon sind wissenschaftlich gut abgesichert und ohne Zweifel sehr hilfreich. Diese Theorien bzw. Verfahren treten auf dem "Therapie- und Beratungsmarkt" in Konkurrenz.

Dieser oft konstruktive Wettstreit hat neben einer weiteren Profilierung der Verfahren auch zu einer Vermischung derselbigen geführt. Therapeutische Ansätze, wie sie beispielsweise von der systemischen Familientherapie, der Transaktionsanalyse, der wissenschaftlichen Gespächspsychotherapie oder vom Psychodrama vorgestellt werden, ergänzen sich ausgezeichnet. Sie erweitern - sofern der Berater dies bejaht und zulässt - dessen methodische Kompetenz und kommen dem Klienten zugute. Auch die Systemische Beratung ist im Wandel.

In der Praxis wird der systemische Ansatz daher oft von Beratern bzw. Therapeuten angeboten, die mehr als eine Zusatzqualifikation oder Fortbildung im psychologischen bzw. betriebswirtschaftlichen oder sozialarbeiterischen Kontext mitbringen. Die Entwicklung geht hin zum "Generalisten", der aus der praktischen Erfahrung schöpfend auf eine Vielzahl von Methoden aus wiederum mehreren Theorien zurückgreifen kann.

Die Elemente der Systemischen Beratung beziehen generell ganzheitliche Fragestellungen mit ein. Anliegen oder als schwierig und konflikthaft empfundene Situationen betrachtet der Therapeut oder Coach aus verschiedenen Beziehungsebenen.

 

Systemische Beratung ermöglicht den Beteiligten:

  • die Wahrnehmung neuer, bisher unbekannter Perspektiven
     

  • Verständnis für die Haltung der übrigen Beteiligten
     

  • die Analyse von Mustern in Kommunikations- und   Interaktionsvorgängen
     

  • angemessene Interventionen
     

  • die ganzheitliche Hypothesenbildung

 

Mit dieser Zielvorstellung wird dann der eigentliche, auf Veränderung und Ressourcenkräftigung gerichtete beraterische Prozess gesteuert.

Einzelne Bausteine in dieser Pragmatik ergeben sich aus den einzelnen Moduln:

 

- Arbeit mit analogen Gestaltungen und verbalen Visualisierungen

  • Zirkuläre Fragen, die den Standpunkt Dritter wiedergeben

  • Skalenfragen, zur Fokussierung von Unterschieden und Fortschritten

  • Umdeutung (Reframing) von Verhaltenskontexten, um die Bewertung     der Verhaltensweisen   zu verändern

  • Paradoxe Intervention, gegenläufige Ratschläge die den Teilnehmer   in Bewegung bringen

  • Hausaufgabe nach der jeweiligen Sitzung

  • Metaphernarbeit, Parabeln und Geschichten als indirekte  Aufforderung doch selbst zu handeln

  • Gestaltarbeit, die Übersetzung ausgedrückter Stimmungen mit Händen   und dem Körper des Teilnehmers

  • hypothetische Verankerung positiver Entwicklungsszenarien

  • Skulptur, darstellen von Familienbeziehungen als Standbild im Raum

  • Genogramm, Soziogramm, die grafische Darstellung der sozialen Beziehungen im System.